Kreta

Meine Freundinnen und ich haben zu dritt eine Reise nach Chersonissos für 10 Tage All Inclusive gebucht. Ich war früher schon sehr oft auf Kreta, habe schon viel von der Insel gesehen und habe vorallem die freundlichen Menschen, das gute Essen, das angenehme Klima und die tollen Strände sowie Landschaften an diesen Urlauben sehr geliebt. Deswegen habe ich mich total auf diesen Urlaub gefreut und wollte in einen Ort, wo ich all das habe, aber auch mit meinen Freundinnen ein wenig ausgehen kann. Wir haben uns im Reisebüro beraten lassen und dann für Chersonissos entschieden, was im Norden von Kreta liegt.
Ich muss euch gleich sagen, ich habe mir den ganzen Urlaub ganz anders vorgestellt und habe viel dazu gelernt. Wir haben uns für die günstigste Variante entschieden, aber wollten trotzdem so viel wie möglich dafür bekommen. Das war schon unser erster Fehler. Am 20.6. ging es los und wir mussten um 4:30 aufstehen, damit wir um 6 Uhr in Hamburg unseren Zug nach Düsseldorf nehmen konnten. Wir hatten so gut wie nicht geschlafen, weil wir so aufgeregt waren und freuten uns deshalb umso mehr, abends schon am Strand liegen zu können. Zu früh gefreut ! Als wir nach Komplikationen mit der Deutschen Bahn und Umsteigen in Hannover in Düsseldorf ankamen, haben wir eingecheckt und sind zu unserem Gate gegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch total optimistisch und freuten uns auf den Flug. Als wir dann im Flugzeug saßen, fing es plötzlich an zu gewittern und in Strömen zu regnen. Der Flugstart verzögerte sich und wir waren schon total genervt, weil der Regen einfach nicht aufhörte. Nach einer Stunde warten, fragten wir des Öfteren die Stewardess, wann es denn endlich losgehen würde. Sie vertröstete uns aber immer nur mit einem „Bald geht es los. Sobald das Unwetter vorbei ist.“ Natürlich mit einem bezaubernden Lächeln auf dem Gesicht, so dass man gar nicht darüber sauer werden konnte, dass sie uns immer wieder das Gleiche erzählt hat.
Letzendlich saßen wir 3 Stunden in Düsseldorf im Flugzeug bis es endlich los ging. Wir waren schon zu diesem Zeitpunkt komplett fertig mit den Nerven und dazu kam, dass wir keinen Direktflug gebucht hatten, sondern noch in Thessaloniki auf dem griechischen Festland in einen anderen Flieger umsteigen mussten. Als wir die Stewardessen fragten, ob der Flieger auf uns warten würde, meinten sie „ja, weil es die gleiche Fluggesellschaft ist“. Wir vertrauten darauf und kamen dann nach 3 einhalb Stunden Flug in Thessaloniki an. Als wir zu dem Schalter unserer Fluggesellschaft gingen wurde uns erzählt, dass unserer Anschlussflug weg war. Baaaamm! Das war ein Schlag ins Gesicht. Wir waren alle so sauer und aufgelöst, weil wir kaum Schlaf hatten und es mittlerweile schon 19 Uhr war !! Wir wussten zuerst nicht, was wir nun machen sollen. Uns wurde dann ein neuer Flug zugeteilt am nächsten Tag um 6 Uhr nach Athen und von dort aus dann 2 Stunden später nach Kreta !!!! Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie es uns ging. Nein, das könnt ihr nicht. Es war so schlimm. Unser erster Urlaub alleine und alles geht komplett schief…
Das „Ersatzhotel“ war aber ordentlich und wir wollten das Beste aus der Situation machen. Wir hatten dort auch einen Pool und sind erstmal zur Abkühlung schwimmen gegangen. Danach haben wir im Hotel auch etwas zu essen bekommen und wollten dann wenigstens auch noch etwas von der Stadt Thessaloniki sehen. Also entschlossen wir uns fertig zu machen und in die Stadt zu fahren. Das Hotel lag etwas außerhalb beim Airport, so dass wir uns ein Taxi bestellen mussten. Wir fuhren zu dritt für 15 Euro in die City, in die Ecke wo viele Clubs und Bars sind. Leute, es war so toll da. Ich muss sagen, dass ich dort im Nachhinein schöner fand, als in unserem Urlaubsort auf Kreta. Wir gingen eine lange sehr breite Gasse 10 Minuten lang runter bis zum Wasser. Dort war eine Bar nach der Anderen. Es war so schön dort. Nicht so touristisch, sondern eher stilvoll und dort waren die jungen griechischen Einheimischen zwischen 20-30 Jahren. Wir haben uns dort in eine Bar gesetzt und etwas getrunken. Wir haben dann ein paar griechische Leute kennengelernt, mit denen wir weiter in ein „Szeneviertel“ in einer kleinen Gasse gezogen sind, wo auch viele Bars und laute Musik war. Es hatte einfach Charme und hat mir total zugesagt. Wir haben dort noch ein Bier getrunken und sind dann um 1 zurück zum Hotel gefahren um unsere Koffer erneut zu packen und zu duschen. Als ich mich um 2 Uhr zur Ruhe gelegt habe, habe ich erst gemerkt wie geschwächt mein Körper von den ganzen Strapazen war. Ich fühlte mich so schlapp und wenn ich daran dachte in 2 Stunden wieder aufstehen zu müssen, hätte ich heulen können.

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Als der Wecker um 4 Uhr klingelte, sammelten wir noch schnell unsere letzten Sachen zusammen und machten uns mit einem Shuttle auf den Weg zum Airport. Mit Augenringen, schlechter Laune und Kopfschmerzen nahmen wir den Flug um 6:30 Richtung Athen. Dort angekommen hatten wir 2 einhalb Stunden Aufenthalt und haben versucht vor unserem Gate noch ein wenig zu schlafen..vergeblich. Wir haben dort auch einen Victoria Secret Store entdeckt, aber ich habe mir leider nichts gekauft, was ich im Nachhinein bereue. Als wir dann nach einem erneuten Flug von Athen nach Heraklion auf Kreta landeten, waren wir total erleichtert und glücklich endlich unser Reiseziel nach über 30 Stunden Anreise erreicht zu haben. Wir suchten dann unser Reiseunternehmen und bekamen dann einen Bus zugeteilt mit dem wir zu unserem Hotel gefahren werden sollten.
Als wir nach Chersonissos reinfuhren, meinte ich zu meinen Freundinnen  „Ne, das ist nicht unser Ort. Das sah im Internet ganz anders aus. “ Ich dachte, dass dort zuerst andere Mitreisende aus dem Bus aussteigen würden, aber der erste Halt hieß „Dimitrion Hotel, Chersonissos“. Mist, das war Unseres ! Wir befanden uns inmitten einer riesigen, touristischen und lauten Straße. Ich war zuerst total geschockt und enttäuscht, aber das Hotel sah wenigstens bis jetzt ganz gut aus. Wir gingen zur Rezeption und checkten ein. Wir hatten 2 große Zimmer für 3 Personen, die genau nebeneinander lagen, das war ganz gut.
Als Allererstes wollten wir zum Strand und uns die Gegend ein wenig anschauen. Wir haben uns umgezogen und fragten an der Rezeption, wo der Strand sei. Sie sagte uns, wir müssten einfach nur die kleine Gasse gegenüber vom Hotel 20 Meter längs gehen und wären direkt am Strand. Gesagt, getan. Als wir den Strand sahen, dachten wir, das wäre ein Witz! Ein ungefähr 5 Meter breiter und 100 Meter langer, plattgetrammpelter, total überfüllter Strand. Der war so unglaublich hässlich und unsere Laune wurde immer schlechter. Wir sind dann zum Hotel zurück gegangen, haben erstmal etwas gegessen, wozu ich auch noch mal kommen werde, haben danach unsere Sachen gepackt und sind zum Starbeach 15 Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt gelaufen.
Der Starbeach ist ein Wasserpark, der tagsüber kostenlos ist. Dort sind Pools, Rutschen, ein schöner Strand, Bars, laute Musik und Partys. Perfekt für junge Leute. Dort war es echt cool und wir waren erleichtert, dass wir endlich mal etwas Positives erlebt haben. Die Sonne war heiß, aber der Wind macht es angenehm. Das liebe ich an Kreta. Wir sonnten uns und gingen baden. Nachmittags gab es dann eine Schaumparty, wie jeden Tag um 17 Uhr. Danach haben wir uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel gemacht und haben wieder etwas gegessen. Danach wollten wir Ausgehen und haben an der Bar in unserem Hotel ein bisschen was getrunken. Der Barkeeper dort war so witzig anfangs, im Laufe des Urlaubs wurde es ein wenig nervig, weil er sich ständig wiederholte haha. Aber er war definitiv ein geborener Entertainer und war sehr nett.
Wir haben uns dann auf den Weg in den Ort gemacht und haben dort dann gleich in dem ersten Club etwas von den sehr attraktiven Barkeepern ausgegeben bekommen. Wir haben getanzt und ein paar Leute kennengelernt. Danach ist der Abend nicht so schön geendet. Meine Freundinnen sind ins Meer gefallen und das Handy von Franzi mit Ihnen. Danach hat es total gesponnen. Total ärgerlich! Dazu eskalierte alles auch noch. Ihr könnt euch vorstellen, was passiert, wenn drei Mädels zusammen in Urlaub fliegen, innerhalb von 3 Tagen insgesamt nur 4 Stunden geschlafen haben und die Nerven ziemlich blank liegen. Genauere Details möchte ich nicht erzählen, aber es war nicht wirklich schön.
Ab hier habe ich den Bericht damals leider nicht mehr weiter geschrieben und daher kann ich es euch nicht mehr detailliert erzählen. Aber da ich es schon angeschnitten hatte: Ich habe noch nie so schlecht gegessen. Jeden Tag gab es die gleichen ekligen Gerichte, die wirklich widerlich waren. Und insgesamt kann ich sagen, dass ich Kreta in diesem Urlaub von einer ganz neuen Seite kennengelernt habe. Der Charm, den ich aus meiner Kindheit kannte, war voll und ganz verschwunden und würde ich nur diese Seite von Kreta kennen, würde ich nie wieder dort hinreisen. Zum Glück kenne ich auch die zauberhaften Orte, die wie gemalt aussehen. Und eins habe ich definitiv gelernt: Ich werde nie wieder des Geldes wegen, eine so umständliche Reise buchen. Da gebe ich lieber ein wenig mehr Geld aus und erspare mir den ganzen Stress. xoxo, Bella.

Eng: Coming soon.

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